Zwischen­begrünung

In einem Tagebau gibt es viele Betriebsflächen, die über längere Zeit offen liegen bleiben. Dies sind einerseits Bereiche, die später noch einmal überkippt oder andererseits erst im weiteren Abbauverlauf abgebaggert werden. Solche Flächen bringen meist große Probleme mit sich, da von ihnen vor allem an heißen, windigen Sommertagen enorme Staubemissionen ausgehen können. Nur durch gezielte Gegenmaßnahmen kann dies verhindert werden. Neben anderen Methoden, wie zum Beispiel der Berieselung, hat sich in den vergangenen Jahren die Zwischenbegrünung als äußerst wirkungsvoll und ökonomisch vertretbar erwiesen. Dabei wird eine tiefwurzelnde Pflanzendecke, die aus vielen standortgerechten und anspruchslosen Gräsern und Kräutern besteht, zum Schutz gegen Wind- und Wassererosionen geschaffen.

Anspritz­begrünung

Da die zu begrünenden Flächen oft nicht befahrbar sind, können Kalkung, Düngung und Einsaat nicht überall auf konventionelle Art und Weise mit Traktor, Streuer und Drillmaschine durchgeführt werden. Deshalb spielt die Anspritzbegrünung eine sehr wichtige Rolle. Sie stellt ein bewährtes, ingenieurbiologisches Verfahren zur humuslosen Begrünung dar und bietet die Möglichkeit, erosionsgefährdete Flächen relativ schnell und einfach zu sichern und zu stabilisieren.

Unter Verwendung eines Hydroseeders - ein großer Tank versehen mit Rührwerk und Pumpensystem - wird aus Wasser, Saatgut, Bodenfestiger, Dünger und Mulchmaterial (Stroh oder Zellulose) ein homogenes Gemisch hergestellt. Ausgebracht wird dieses dann in Abhängigkeit von der Zugänglichkeit und Neigung der zu begrünenden Flächen entweder mit der Saatkanone, die eine Reichweite von bis zu 60 Metern besitzt, oder bei weitereren Entfernungen bis hin zu 200 Metern per Schlauchsystem.

Da es sich bei den Böden in den Tagebauen meist um tertiäre Substrate handelt, die nicht nur durch sehr schlechte Nährstoffgehalte, sondern vor allem durch sehr niedrige pH-Werte gekennzeichnet sind, wäre eine Begrünung ohne vorherige Kalkung meist vollkommen aussichtslos. Neben dem Anblasen des Kalks besteht auch die Möglichkeit, diesen mit dem Hydroseeder als Nasskalkung auszubringen.

Angespritzt werden neben Problemflächen und Gräben auch Dämme wegen des Erosionsschutzes und zur Verbesserung des Anwuchserfolges für nachfolgende Pflanzungen. So wurde zum Beispiel der Schutzdamm zwischen Reuden und Predel, der dazu dient, die beiden Gemeinden in den nächsten Jahrzehnten vor den negativen Einwirkungen des neuen Baufeldes Schwerzau zu schützen, drei Monate vor seiner Bepflanzung mit Hilfe der Nassansaat begrünt.

Auf Flächen, die nicht langfristig, sondern nur temporär gegen Abtragungen durch Niederschläge und Wind geschützt werden sollen, kann alternativ zur Begrünung eine reine Oberflächenversiegelung mittels Verklebung durchgeführt werden. Temporär deswegen, weil die Wirkungsdauer des zu 100 Prozent biologisch abbaubaren Bodenfestigers zeitlich und mechanisch begrenzt ist.

Flug­begrünung

Sind die Entfernungen bis zu den Flächen und Böschungen, die begrünt werden sollen, zu groß oder sind diese weder befahrbar noch als standsicher eingeschätzt, ist die Ausbringung der Nassansaatmischung aus der Luft die einzige Möglichkeit zur Begrünung.
In den vergangenen Jahren haben wir im Bereich der Flugbegrünung viele Erfahrungen gesammelt und daraus ein Know-how entwickelt, das es uns ermöglicht, trotz der sehr hohen Anforderungen an die Qualität und die Technik der Ausbringung durch den Helikopter sehr leistungsfähige und kosteneffiziente Lösungen für jedes Problem anbieten zu können.
Da eine an die jeweiligen Standortverhältnisse angepasste Begrünungsrezeptur stets wichtigste Grundlage für den Erfolg einer solchen Maßnahme ist, steht im Vorfeld jeder Projektrealisierung die Durchführung einer umfangreichen Bodenanalyse an erster Stelle, um die ökonomisch, aber auch ökologisch effizienteste Zusammensetzung einer Begrünungsmischung zu ermitteln. Weiterhin führen wir auch detailliertere, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen durch.
Natürlich kann auch mit dem Helikopter die reine Verklebung zur temporären Versiegelung einer Oberfläche als Alternative zur Flugbegrünung angeboten werden. Da man aus der Weite oft nicht sehen kann, dass auf einer verklebten Fläche tatsächlich etwas zum Schutz gegen Erosionen getan wurde, laufen bei uns im Hause momentan Recherchen und Versuche. Ziel ist es, eine optisch wirksame, weithin sichtbare Komponente zu finden. Durch Zugabe dieser zur Verklebungsmischung aus Wasser, Bodenfestiger und Mulchmaterial wollen wir es unseren Auftraggebern in Zukunft ermöglichen, auch aus größerer Entfernung die Ausbringungsqualität sowie die genaue Ausdehnung der bearbeiteten Fläche besser kontrollieren zu können.